Wohin mit all dem Laub?

So macht man seinen eigenen Laubkompost

Alle Jahre wieder… Nein, ich spreche hier noch nicht von der Ankunft des Christkindes, vorher sind wir noch mit dem Laubfegen beschäftigt.

Wobei blitzblank gefegte Beete gar nicht gut für die diversen kleinen Lebewesen im Garten sind. Dies ist besonders wichtig in Zeiten, in denen die Insektenpopulation ständig schwindet (siehe auch diesen Artikel vom NABU). Beete mit Schattenstauden müssen nicht von Laub befreit werden, diese Stauden sind ökologisch an eine Laubschicht angepasst, das Laub verrottet im Normalfall über den Winter und verbessert den Boden.

Rasenflächen und Beete in der Sonne mit wintergrünen Pflanzen (z.B. Lavendel oder Nelken) mögen es jedoch nicht, von Laub begraben zu werden. Was machen wir nun mit den dort entfernten Blättern?

Einen Teil davon kann man in den Komposthaufen mischen, idealerweise etwas kleingehäckselt, um die Verrottung zu beschleunigen. Falls der Rasen nochmal gemäht werden muss, kann man sich das Laub-Rechen sparen und gleich über Laub und Rasen mit dem Mäher fahren.

Diese Mischung aus Rasenschnitt und geschreddertem Laub verrottet sehr gut.

Eines sollte man dabei jedoch beachten: Packt man zu viel Laub in den Komposthaufen, dauert die Umwandlung in Erde umso länger.

Oder aber ist der Garten so klein, dass gar kein Platz für eine Kompostecke vorhanden ist?

Was tun?

Ich mache daraus Laubkompost. Das Laub, das ich nicht mehr auf den Komposthaufen geben kann, packe ich in Plastik-Müllsäcke. Wichtig ist nun, in diese Säcke mit der Grabegabel viele Löcher zu machen, damit Luft und Feuchtigkeit an das Laub gelangt. Danach kann man die Säcke in eine Gartenecke packen, die nicht einsehbar ist – bei uns ist das der Streifen zwischen Gewächshaus und Gartenzaun. Dort liegen die Säcke dann übers Jahr, gelegentlich kann man sie auch mal schütteln.

Nach einem Jahr ist aus dem Laub unkrautfreier, humusreicher Laubkompost entstanden.

Mit Laubkompost kann man Schattenstauden mulchen, die sich dann noch heimischer fühlen und dafür mit noch besserem Wachstum danken. Man kann ihn in Beete einarbeiten um die Bodenstruktur zu verbessern, auch zum Anhäufeln von Rosen eignet er sich gut. Sollte man sogar zu viel Laubkompost produziert haben, kann man ihn auch einfach in den Komposthaufen mischen, die fertige Komposterde wird so noch humus- und damit nährstoffreicher.

Allerdings: Laub von kranken Bäumen (v.a. Kastanien-Minierfliege, Birnengitterrost) sollte direkt in der Hausmülltonne entsorgt werden, damit die Schädlinge und Krankheitserreger nicht weiter im Garten verbreitet werden.

Ein weiteres Detail zum Laub sollte man noch wissen: Nicht alle Blätter verrotten gleich gut, sie haben unterschiedliche Eigenschaften.

Laub von diesen Gehölzen verrottet schnell:

  • Ahorn
  • Birke
  • Erle
  • Esche
  • Hainbuche
  • Haselnuss
  • Linde
  • Obstbäume
  • Ulme
  • Weide
  • Sträucher und Kletterpflanzen

Laub das lange braucht, weil es einen hohen Gerbstoffgehalt hat:

  • Buche
  • Eiche
  • Kastanie
  • Pappel
  • Platane
  • Walnuss

Um nochmal auf die Aussage von oben zurückzukommen, dass Schattenbeete keinerlei Problem mit einer Laubschicht haben: Wie so oft gibt es auch hier eine Ausnahme. Sollte auf Euer Beet langsam verrottendes Laub wie z.B. von Walnuss, Eiche oder Kastanie fallen, entfernt zumindest einen Teil davon lieber – spätestens dann, wenn die Frühblüher austreiben wollen.

Laubkompost aus Eichenlaub ist stark säurehaltig und ideal zum Mulchen von Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen (Rhododendren, Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen). Reiner Buchenlaub-Kompost ist dafür sehr kalkhaltig.

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